Auftritt in der Stadthalle am Freitag, 17.11.2006

Dieter Hildebrandt in Asperg

 

Zum zweiten Mal gastierte Dieter Hildebrandt, der Mitbegründer der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" auf Einladung der Asperger Grünen in der Stadthalle. Dem Fernsehpublikum ist er vor allem aus dem "Scheibenwischer" den er zusammen mit Bruno Jonas viele Jahre gestaltete, wohlbekannt.

Bei Lesereisen lernte er seine Heimat Deutschland so richtig kennen und fasste die Erlebnisse mit der für ihn typischen Betrachtungsweise in seinem Buch "Ausgebucht - Mit dem Bühnenbild im Koffer" zusammen.

 




 

So war das Publikum natürlich gespannt was bei einer "Lesung" mit Dieter Hildebrandt auf einen zu kommt. Zwar war die Veranstaltung nicht ganz ausverkauft, aber die Stadthalle wurde doch so gut besucht, dass die Atmosphäre stimmte.  




 

Nach einer kurzen Begrüßung durch Jürgen Walter legte Dieter Hildebrandt los und zog das Publikum sofort in seinen Bann. Natürlich begann er nicht zu lesen, sondern schweifte nur mal eben in alle Bereiche des Lebens und der Politik mit den ihm eigenen Wortspielereien und giftigen Bemerkungen ab. Satire pur.

Egal ob er sich über den "uckermärkischen Furchengang" unserer Kanzlerin oder darüber lustig machte, dass extra wegen einer Grillparty mit George W. Bush in der Heimat von Frau Merkel die Bevölkerung evakuiert und die Ostsee umgeleitet werden mußte. Die Lacher hatte Dieter Hildebrandt stets auf seiner Seite.




 

Zwischendurch setzte es auch kräftige Seitenhiebe gegen seinen bayerischen Landesvater Stoiber, als es um die Stichworte Sprachintegration und Pisa ging. 

Auch die Themen Fußball, Papst und Islam wurden kritisch und gekonnt unter die Lupe genommen, ohne dass er seinen eigentlichen Auftritt vergaß. Immer wieder beruhigte er das Publikum mit seinem "ja, ja, ich lese gleich!"  

Nach einer kurzweiligen Stunde war es dann so weit. Mit unvorstellbarer Geschwindigkeit und Ausdauer las und zitierte der Altmeister des Kabaretts mit gekonnter Betonung aus seinem Buch. Er verschonte weder sein Hauptverkehrsmittel -die Bahn- samt "Pünktlichkeit" noch die Mitreisenden. Schonungslos offenbarte er manch menschliche Schwäche zur Freude des Publikums und gewährte dazu kleine Einblicke ins Privatleben durch Dialoge mit Ehefrau Renate.

 




 

Erst nach über zwei Stunden "non stop" Programm gönnte sich Dieter Hildebrandt eine Pause und kam zum Ende. Doch das Asperger Publikum forderte mehr. Es dankte für den amüsanten und kurzweiligen Abend mit lang anhaltendem Applaus, der erst nach der fünften Zugabe verhallte.

Nach seinem Auftritt signierte Dieter Hildebrandt noch geduldig seine Bücher und versah sie mit persönlichen Widmungen.