Auf dieser Seite finden Sie Artikel und Inhalte, die in den Asperger Nachrichten veröffentlicht wurden. 

Entwässerungsgebühren

(veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 22.12.05)

 

Entwässerungsgebühren abgelehnt, weil.......

...sie ungerecht sind und ökologisch falsche Zeichen setzen.

 

In der Sitzung vom 28. November wurden einige Gebührenerhöhungen (wie hier bereits berichtet) beschlossen. Wir Grünen haben auch die Entwässerungsgebühren-Kalkulation abgelehnt. Und das mit Grund: Die Gebühren gehen nur nach dem Frischwassermaßstab und vernachlässigen völlig, dass von den Grundstücken auch Regenwasser in die Kanalisation gelangt. Und zwar – und das ist das entscheidende – 3 x mehr Regenwasser als häusliches Abwasser. Was steckt hinter 3x mehr? Die Menge, um die es geht ist gewaltig: Laut statistischem Landesamt werden in Baden-Württemberg pro Einwohner (vom Baby bis zum Senior) 116.000 Liter Regenwasser und 48.000 Liter Schmutzwasser durch die Kanäle in die Kläranlage geschickt und gereinigt. Das heißt doch auch, dass viele Einrichtungen zur Abwasserbehandlung, sei es die Dimension der Kanäle, seien es Regenüberlaufbecken, Staukanäle nur wegen dem Regenwasser gebaut werden müssen. Bei den Gebühren tut man aber so, als seien diese Kosten unabhängig vom Regenwasser.

Städte wie Stuttgart, Sindelfingen, Villingen-Schwenningen, aber auch Kleinstädte wie Mötzingen und Langenau stellen ihre Gebühren um, weg vom Frischwassermaßstab, hin zu einem gerechteren Maßstab, der berücksichtig, von welchem Grundstück überhaupt Regenwasser in die Kanalisation gelangt. Es ist aber nicht nur die Gebührengerechtigkeit. Es sind gerade die ökologischen Argumente die zählen. Sauberes Regenwasser, das man sogar zum Wäschewaschen nutzen kann, wird mit häuslichem Schmutzwasser vermischt und aufwändig in den Kläranlagen wieder gereinigt. Anstatt das man das Wasser vor Ort im Garten, auf dem Grundstück oder über eine Zisterne nutzt. Ökologisch müssen wir künftig wieder mehr Regenwasser auf den Grundstücken bewirtschaften. Das schreibt das Wassergesetz für neue zu bebauende Grundstücke sogar vor.

Die gesplittete Abwassergebühr ist ein Lenkungsinstrument. Bürgerinnen und Bürger erhalten die Möglichkeit, selbst Einfluss auf ihren Abwassergebührenbescheid zu nehmen. Indem sie sich entscheiden, Regenwasser auf dem Grundstück zu nutzen. Diese Möglichkeit „lenkt“ das saubere Regenwasser in die Fläche, weg vom Kanal. Die Kanäle werden entlastet, weniger Hochwasser gefährdet die Keller, die Bürger können sich entlasten und die Ökologie verbessert sich.

Was sagen eigentlich die Bürgerinnen und Bürger, die schon heute Regenwasser nutzen oder gar nicht mehr einleiten, aber an der Gebühr etwas mitbezahlen, was sie gar nicht mehr nutzen? In den letzten Nachrichten hat die größte Fraktion berichtet, dass sie allen Gebührenerhöhungen zugestimmt hat. Und zwar „nach dem Grundsatz, wer eine Einrichtung benützt, soll wenigstens teilweise zur Finanzierung beitragen“. Das ist richtig. Bei der Entwässerung gilt dieser Grundsatz auch. Nur wer zahlt Gebühren für ein leer stehendes Haus oder Schuppen, bei dem zwar das Dach angeschlossen ist, aber kein Frischwasser bezieht? Wer zahlt Gebühren für große versiegelte Flächen, bei kleinem Frischwasserverbrauch, wie z.B. Gewerbebetrieben? Wir Grünen gehen weiter und sagen, der Grundsatz, wer nutzt soll auch bezahlen trifft im Besonderen auch auf die Entwässerungsgebühr zu und wer nicht nutzt, das heißt wer sich ökologisch verhält, den Kanal für Regenwasser gar nicht nutzt, der soll auch entlastet werden.

Ökologisch wirkungsvoll und ökonomisch sinnvoll. Eine gerechte Gebührenverteilung mit der Möglichkeit aktiv mitzuwirken und die Höhe zu beeinflussen. Das müsste doch Jedem einleuchten!

 

Michael Klumpp

 

 

 

Erhöhung der Freibadgebühren

(Veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 15.12.05)

Gehen Familien baden?

In der vorletzten Sitzung dieses Jahres legte der Gemeinderat die Eintrittspreise für das Asperger Freibad im nächsten Jahr fest. Eine moderate Erhöhung hätten wir mitgetragen, aber die von der Verwaltung vorgeschlagenen und leider von der Mehrheit des Gemeinderats beschlossenen Preissteigerungen halten wir für völlig überzogen.

Jetzt kostet die Tageskarte für Erwachsene 4 €. Damit gehört Asperg zu den Bädern mit den höchsten Eintrittspreisen im Kreis, wie Bietigheim-Bissingen, welches aber deutlich längere Öffnungszeiten bietet, oder Steinheim, immerhin ein Wellenbad.

Unser Vorschlag, den Einzeleintritt bei 3,50 € zu belassen und außerdem eine spezielle Tageskarte für Familien mit Kindern einzuführen (für 2 Erw. und bis zu drei Kindern für 9 €, für 1 Erw. und bis 3 Kinder für 6 €) wurde leider nicht berücksichtigt.

Dass es auch anders geht, zeigt das Stadionbad in Ludwigsburg, ein Hallenbad mit beheiztem Außenbecken, großem Schwimmerbecken, großer Rutsche, Whirlpool und Dampfsauna, wo der Einzeleintritt mit 5er-Karte nur 2,80 € kostet (bei einer Badezeit bis 3 Std.). Noch gravierender sind die Preiserhöhungen für die Dauerkartenkäufer. Einzelpersonen kommen mit einer Preissteigerung von 17 % von 60 € auf 70 € noch vergleichsweise glimpflich davon. Besonders schmerzlich trifft es die von der allgemeinen Kostensteigerung ohnehin besonders betroffenen Familien. Sie müssen im nächsten Jahr gleich ein Drittel mehr bezahlen, nämlich 110 € statt vorher 85 €. Noch schlimmer trifft es aber Alleinerziehende mit Kindern, denn bei ihnen verteuert sich die Dauerkarte um glatte 40 % von 50 € auf jetzt 70 €. Da nützt es wenig, dass wie bisher die Dauerkarten im Vorverkauf um 10 € günstiger zu haben sind. Auch der Hinweis von BM Storer, dass für manchen Freibadbesucher die S-Bahn-Karte teurer ist als der Eintritt, bietet keinen rechten Trost. Es wäre sehr schade, wenn gerade Kinder aus Kostengründen seltener ins Freibad gehen können. Und dies, obwohl zurzeit wieder mehr Unfälle durch Ertrinken zu beklagen sind, weil viele Kinder nicht mehr richtig schwimmen lernen. Und wo in Asperg niemand sagen kann, wie lange in Asperg die Kleinschwimmhalle noch genutzt werden kann!

Familienfreundlich sind die beschlossenen Preiserhöhungen jedenfalls nicht!

Anke Albert

 

 

Situtation der Kindergärten

(Veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 08.12.05)

 

Am vergangenen Dienstag (29.11.05) wurde im Gemeinderat über die Kindergarten-Situation in den Asperger Kindergärten sowie über eine Erhöhung der Kindergartengebühren diskutiert und anschließend diese auch beschlossen.

Die Kindergartenzahlen werden in Asperg bis 2010 nicht zurückgehen, es gilt hier zwecks Platzmangel schnell und flexibel zu handeln, die Gemeinde wird bis 2010 auch noch Maßnahmen umsetzen müssen, die vom Land vorgegeben wurden:

  • der Ausbau der Ganztagesbetreuung
  • die Umsetzung des neuen Orientierungsplans für Kindergärten
  • die Kleinkindbetreuung für unter 3-jährige

Bei all diesen Vorgaben, darf man die Qualität des Angebots nicht aus den Augen verlieren. Hier aber setzt unsere Kritik an:

  • wir haben wieder eine Gruppe die mit 28 Kindern belegt wurde.
  • Es werden wieder Kinder in Kindergärten umgesetzt, die nicht in deren Einzugsgebiet liegen, so kommt es dann auch im anderen Kindergarten zu Engpässen.
  • Die Zusatzmaßnahmen zur Sprachförderung werden zurück gefahren, und das in Zeiten von Pisa und neuen Bildungsplänen.
  • Die Ganztagesbetreuung reicht nicht aus.
  • Die Betreuung für unter 3-jährige geht man aus Raummangel erst gar nicht an.

Wir haben hierzu einen Antrag formuliert, der lautet:

  • Die leerstehenden Räume im der Schiller- und Schubertschule  sollen zum nächst möglichen Zeitpunkt, aber spätestens bis zum 1. Febr. 2006 reaktiviert werden, um eine Entspannung der Situation im Kindergarten Schillerschule und Berliner Straße herbeizuführen.
  • Die Verwaltung wird gebeten eine Überprüfung zur Anmietung von Räumen für die Kleinkindbetreuung durchzuführen.

Zur Gebührenerhöhung:

Der vorgegebenen Erhöhung auf den Landesrichtsatz um 1-2 Euro in den Regelkindergärten konnte unsere Fraktion zustimmen (Dieser Vorschlag wurde auch vom Asperger GEB mitgetragen.)

Nicht mittragen können wir die zusätzliche und pauschale Erhöhung für Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten sowie die Erhöhung für Kernzeitgruppen und Mittagessen.

 

Gerlinde Bäßler

 

 

 

Naturverträgliche Regenwasserbewirtschaftung – Teil 3


 

(Veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 10.11.05)

 

Die naturverträgliche Regenwasserbewirtschaftung ist notwendiger denn je. Das zeigen die Zahlen des statistischen Landesamtes mehr als deutlich: Im Jahr 2001 mussten durchschnittlich 172 m³ Abwasser (Kubikmeter: 172.000 l Wasser) je Einwohner und Jahr bewirtschaftet werden. Davon waren 45 m³ häusliches Schmutzwasser und 127 m³ Regen- (und Fremd-) wasser. Dafür sind weder Kanäle noch Kläranlagen ausgerüstet. Und so müssen immer größere Kanäle verlegt werden und Kläranlagen immer weiter ausgebaut werden. Für Wasser, das so sauber ist, dass man eigentlich die Wäsche damit waschen kann.

Die naturverträgliche Regenwasserbewirtschaftung schafft einen Ausgleich, indem das saubere Regenwasser von den Dächern in den Gärten entweder verdunstet, versickert, gespeichert, gedrosselt abgeleitet oder genutzt wird. In Asperg, so heißt es, sind die Böden so undurchlässig, dass man das Regenwasser nicht auf den Grundstücken bewirtschaften kann. Haben Sie schon einmal ihren Garten beobachtet, wenn es regnet? Es fließt (ausser bei Hanglage) keine Wasser aus dem Garten ab. Allenfalls entsteht irgendwo eine Pfütze, wenn der Boden sehr verdichtet ist. Denn man muss wissen, dass 60% der Niederschläge vom belebten Boden aufgesaugt und direkt wieder verdunstet werden. Der belebte Boden hat unzählige Risse und Spalten, ein so genanntes Kapilarsystem, das sich wie ein Schwamm voll saugt und anschließend das Wasser durch Verdunstung wieder abgibt.

Die Versickerung ist in unserer Gegend meist nicht bedeutend. Von Grundstück zu Grundstück kann der Untergrund jedoch verschieden sein. Um festzustellen, ob ihr Garten zum Versickern geeignet ist, kann folgender Test Auskunft geben:

  1. Benötigt wird ein Spaten, ein Zentimetermaß, eine Uhr, ein Pfahl mit Markierung, Feinkies, ein Messbecher, ein Hammer und viel Wasser. Eine 50x50 cm große und 30 cm tiefe grube ausheben und den Boden seitlich lagern. Wichtig: Nicht in die Grube treten (Verdichtung).
  2. Um ein Aufschwimmen des Bodens zu verhindern, wird er mit einer dünnen Schicht Kies abgedeckt. Ein Pfahl mit der Markierung wird so in den Boden geschlagen, dass sich die Markierung 10 cm über der Sohle befindet.
  3. Wasser einfüllen und je nach Bodenart und Witterung durch regelmäßiges Nachfüllen ein bis zwei Stunden vorwässern.
  4. Wasser bis zur Markierung einfüllen und die Uhrzeit ablesen. Mit einem Messzylinder nach 10 Minuten so viel Wasser auffüllen, wie nötig ist, um den Wasserstand wieder bis zur Markierung zu heben. Aus der nachgefüllten Wassermenge lässt sich die Durchlässigkeit des Bodens abschätzen. Schritt 4. wiederholen (mind. 3x) bis sich ein konstanter Wert ergibt.

Bei Werten ab 1,5 Liter/10 Minuten und darüber ist Ihr Boden in der Lage Wasser zu versickern, wenn mehr als 3 Liter erreicht werden, ist die Versickerung gut möglich.

Bleibt der Wert unter 1,5 l, dann müssen andere Komponenten verwirklicht werden. Wie wäre es mit einem Gartenteich? Neben der normalen Verdunstung, kann auch zusätzlich eine begrünte Mulde oder eine Rigole eingeplant werden. Oder eine Retentionszisterne, oder, oder. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie es Grundstücke gibt. Auf jeden Fall kann (manchmal allerdings nur mit Aufwand) fast überall etwas getan werden.

 

Michael Klumpp

 

 

Naturverträgliche Regenwasserbewirtschaftung - Teil 2

Minimierung versiegelter Flächen/Entsiegelung

(Veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 26.10.05)

 

In der letzten Sitzung des Gemeinderates wurde das Tiefbauprogramm 2006 besprochen. Der anwesende Fachingenieur von ISTW erläuterte, wo in Asperg Stauraumkanäle geplant sind, weil das Regenwasser in den bestehenden Kanälen – so die Berechnung – nicht mehr ausreichend sicher abgewirtschaftet werden kann. Leider war die Auskunft des Fachplaners hinsichtlich des Vorteils einer gesplitteten Gebühr unzureichend. Hier die Fakten: nach dem statistischen Landesamt muss in den Kanälen 3 mal mehr Regenwasser, als häusliches Schmutzwasser abgeleitet werden. Dafür zu sorgen, dass weniger Regenwasser in die Kanäle gelangt, ist also sehr wirkungsvoll. Die gesplittete Gebühr belohnt all diejenigen, die sich dieser Aufgabe annehmen und mitmachen.

Zum Beispiel: Entsiegeln

Welche Flächen wie entsiegelt werden können, hängt von der geplanten Nutzung und der Intensität der Belastung ab. Geeignete durchlässige Materialien zur Befestigung von Oberflächen sind heute für fast alle Anwendungsbereiche verfügbar. Allerdings muss der Unterbau dauerhaft wasserdurchlässig sein. Folgende durchlässige Oberflächenbefestigungen sind empfehlenswert:

Schotterrasen: 70-100% (Die Versickerungsleistung verschiedener Beläge in Prozent)

Wassergebundene Decken: 50-60%

Wasserdurchlässige(s) Betonpflaster: bis 100%

Rasengittersteine: 50-60%

Holzpflaster: 50%

Holzroste/Paneele: 70-80%

Rindenschrot: 80-90%

Das bedeutet, dass ein Betonpflaster bis 100% des Regens durchlässt. Der Schmutzwasserkanal wird vollkommen entlastet. Eine echte Einsparung und Erleichterung für die Kanalisation.

 


Wer seinen Hof, die Garagenzufahrt oder einen Stellplatz neu errichtet oder saniert, sollte gleich von Anfang an auf wasserdurchlässige Beläge achten. Neben einem durchlässigen Belag gibt es auch die Möglichkeit der Umgestaltung, in dem z.B. statt der Birkorinne eine Pflasterzeile eingebaut wird, die das Regenwasser der Hofeinfahrt statt in den Kanal nun in den Vorgarten leitet.

Selbstverständlich gehören zu diesen Maßnahmen auch flächensparende Bebauungs- und Erschließungsformen, die Vermeidung befestigter Flächen bei Neuerschließung, Neubau und Sanierung.

 

Michael Klumpp

 

 

 

Naturverträgliche Regenwasserbewirtschaftung - Teil1

(Veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 13.10.2005)

 

Ein, zwei Sätze noch zum Artikel der CDU in den letzten Asperger Nachrichten: Wir können nicht allen Aussagen zustimmen, manches Vorurteil kann sicher durch Information noch ausgeräumt werden (s.u.). Aber man merkt, die Fraktion hat sich intensiv mit dem Thema befasst (was man nicht von Allen behaupten kann!). Schade. Wenn man zwei von drei Punkten zustimmen könnte, warum lehnt man dann das Gesamtpaket ab? Warum werden immer Fragen und Vorbehalte angesprochen und keine Lösungen? Wir wollen Lösun­gen diskutieren und bieten ein schlüssiges Konzept! Zum Thema „gesplittete Gebühr“ werden wir noch gesondert schreiben, hier nur so viel: Der OB von Stuttgart ist Mitglied der CDU und geht diesen Weg auch, weil er weiß, dass man die Probleme nicht weiter aufschieben kann und dass die gesplittete Gebühr bei der Lösung hilfreich ist.

Die in der Siedlungswasserwirtschaft bisher praktizierte vollständige Ableitung von Regen­wasser im Mischsystem bietet im Hinblick auf die Entwässerung zweifellos Vorteile. Doch sind mit diesem Verfahren hohe Kosten sowie ökologische und wasserwirtschaftliche Nachteile ver­bunden. Beispielsweise wird durch versiegelte Flächen der Oberflächenabfluß verstärkt. Es kommt dadurch zu Mehrbelastungen auf überlasteten Kanälen, Kläranlagen und bei Regen­wasserbehandlungsanlagen. Es entstehen hohe Kosten. Schließlich lässt sich mit dem sau­beren Regenwasser mehr machen, als es nur im Abwassersystem zu verschmutzen. Es lässt sich nutzen!

Eine zeitgemäße Entwässerungsplanung verlangt daher ein Umdenken beim Umgang mit Regenwasser. Als Alternative zur herkömmlichen Regenwasserableitung sind in den letzten Jahren Lösungen erarbeitet worden, die als ökologische oder naturverträgliche Regenwasser­bewirtschaftung bezeichnet werden können. Der neue Ansatz beim Umgang mit Nieder­schlagswasser heißt: „Vermeiden - Verwerten - Entsorgen“. Diese Art der Regenwasser­entsorgung erfüllt verschiedene Aufgaben zugleich: Verdunstung (und Versickerung, wo mög­lich), Reinigung, Speicherung und gedrosselte Ableitung.

 


Neue erfolgreiche Verfahren bedingen nicht nur Information, sondern auch eine aktive Bürger­beteiligung. Wir wollen Ihnen Möglichkeiten vorstellen: Vier Elemente stehen zur Verfügung: Verdunstung und Versickerung, Regenwasserspeicherung mit und ohne gedrosselter Ableitung, Minimierung versiegelter Flächen/Entsiegelung und Regenwassernutzung.

 

1. Verdunstung bzw. Versickerung

 

Auf dem Bild (Quelle Umweltministerium BW) sieht man einen Auslauf, mit Steinen geschützt, und eine kaum merkliche, flache, begrünte Mulde. Die Mulde lässt sich auch weiter mit dem Rasenmäher pflegen. Dieses System reicht bereits aus um große Dachflächen von der Kanalisation abzuhängen. Wichtig dabei ist, dass das Regenwasser erst mindestens 2 m von der Hauswand entfernt in die Mulde eingeleitet wird, damit nicht Wasser in den Drainagebereich zurückfließt. Der Auslauf muss oberirdisch erfolgen, denn das Wasser darf nur über einen bewachsenen Boden versickern (Reinigung). Bei einem Niederschlag saugt der bewachsene Boden das Regenwasser wie ein Schwamm auf. Über 60% des so eingeleiteten Regenwassers wird unmittelbar danach wieder verdunstet. Nur ein kleiner Teil versickert.

 

Michael Klumpp

 

 

Antrag zur Regenwasserbewirtschaftung

(veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 29.09.05)

 

Wann, wenn nicht jetzt?.......

 

Die Fraktion hatte im November 2004 einen weit reichenden Antrag zur naturverträglichen Regenwasserbewirtschaftung gestellt.

 

Wir wollen damit mehrere Ziele erreichen:

Immer öfter gibt es Regenereignisse, die Kanäle und Keller zum überlaufen bringen. In den letzten Jahren häufen sich die Tage mit solchen starken Niederschlägen. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger mussten auch 2005 mehrmals Überschwemmungen im Haus ertragen. Der Grund ist, dass von den befestigten Flächen (Dächern, Hofeinfahrten, Garagen) sehr schnell sehr viel Wasser in die Kanäle kommt, die dann überlastet sind. Die Folge: Das Wasser wird in Keller zurück gestaut, kann in der Kanalisation nicht mehr abgewirtschaftet werden und überschwemmt Straßen, Keller und Plätze.

Die naturverträgliche Regenwasserbewirtschaftung schafft einen Ausgleich, indem das saubere Regenwasser von den Dächern in den Gärten entweder verdunstet, versickert, gespeichert, gedrosselt abgeleitet oder genutzt wird. Dabei muss man wissen, dass 60% der Niederschläge vom belebten Boden aufgesaugt und direkt wieder verdunstet werden. Die Versickerung ist in unserer Gegend meist nicht bedeutend. Der belebte Boden saugt sich wie ein Schwamm voll und gibt anschließend das Wasser durch Verdunstung wieder ab.

Weniger Wasser in den Kanälen bedeutet, dass weniger Überlastungen vorkommen. Das heißt aber auch, dass Kanäle nicht aufdimensioniert werden müssen. Und dass defekte Kanäle u.U. im so genannten Inlinerverfahren, also ohne große Grabarbeiten saniert werden können. Das spart Tausende von Euro. Jetzt sind schon vier Gründe genannt: Entlastung der Kanäle, weniger Hochwasser und Überschwemmungen, Förderung des natürlichen Wasserkreislaufes, Einsparungen bei der Kanalsanierung. Unser Antrag hatte noch ein weiteres Ziel. Die gesplittete Gebühr, die Auftrennung der bisherigen Abwassergebühr in einen Schmutzwasser- und einen Regenwasseranteil. Auch hier sind die ökologischen Aspekte ausschlaggebend. Regenwasser kostet zur Zeit nichts. Einzig der Frischwasserverbrauch bestimmt die Höhe der Abwassergebühr, die der einzelne Haushalt zu entrichten hat. Wie schafft man dann den Umschwung zur naturverträglichen Regenwasserbewirtschaftung? Welchen Anreiz kann ich geben, dass weniger Regenwasser aus den versiegelten Flächen in die Kanäle kommt? In dem man den Bürger die Möglichkeit gibt, die zu zahlende Gebühr zu beeinflussen. Kurz gesagt, wer viel Regenwasser einleitet zahlt mehr, als der Haushalt, der das Regenwasser in den Garten einleitet, statt in den Kanal. Diese Gebührengerechtigkeit – man zahlt nur für das, was man auch nutzt – schafft den Umschwung.

Die Vorlage der Verwaltung war auf Ablehnung ausgerichtet. 10 Monate Bearbeitungszeit mündeten in der Aussage: „Suchen Sie sich doch Mehrheiten“. Die Verwaltung sieht die Stadt nicht in der Pflicht, Hochwasser und überschwemmte Keller zu vermeiden. Der Gemeinderat konnte sich nicht dazu durchringen, dass man nun beginnt, in dem man die Grundlagen für die oben genannten Schritte ermittelt. Obwohl selbst die CDU eingeflochten hat, dass man noch zuwenig wisse, wurde der Auftrag zur Grundlagenbeschaffung abgelehnt, wurde die Einführung den naturverträglichen Regenwasserbewirtschaftung auf unbestimmte Zeit verschoben. Wir konnten unseren Antrag nicht durch setzen. Eine Chance ist vertan. Wir hätten jetzt anfangen können und Schritt für Schritt uns dem Thema nähern können. Wann, wenn nicht jetzt? Wenn die nächsten Keller voll gelaufen sind? Wir wollen Ihnen in den nächsten Ausgaben auch ein paar einfache Beispiele zeigen, wie auch Sie privat ihr Regenwasser anders bewirtschaften können.

 

Michael Klumpp

 

Und dies schrieb die Ludwigsburger Kreiszeitung am 19.09.05 zum Thema Regenwasserbewirtschaftung!

 

 

Nun sind die Bäume am Wilhelmsplatz gefällt.

(veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 15.09.05)

 

Ein paar Worte wollen wir noch verlieren zu dem unerfreulichen Thema „Bäume am Wilhelmsplatz“, nur damit nichts verloren geht. Die Grünen im Asperger Gemeinderat haben die Aktion der Anwohner zum Erhalt der Bäume am Wilhelmsplatz unterstützt. Weil, 1. die Umgestaltung des Platzes verbunden mit dem Fällen der großen, teils prächtigen Bäume zu radikal und unsensibel ist, weil 2. die Bäume zwar vorgeschädigt waren, aber nach Aussage des Landschaftsarchitekten noch gut 20 Jahre vor sich gehabt hätten und weil 3. die Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung mit vielen Hundert Unterschriften zu Gehör gebracht haben.

Wie groß der Verlust ist, sieht man jetzt, da die Bäume gefällt sind. Im Oktober haben die großen Kronen der Kastanien und Linden noch Schatten geworfen. Vögel haben den Sommer über in den hohen Kronen gebrütet. Das Kleinklima am Wilhelmsplatz profitierte durch den Sauerstoffaustausch und die Verdunstung.

 


Vor der Fällung

Bis dieser Zustand wieder erreicht ist, werden 50 Jahre vergehen. Das ist auch ein Grund, warum wir der Auffassung sind, dass mit den großen Stadtbäumen anders, vorsichtiger und überlegter umgegangen werden muss. Sie sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern stellen auch einen finanziellen Wert dar. 50 Jahre Pflege und Unterhaltung stehen jetzt an, bis die neu zu pflanzenden Bäume wieder eine vergleichbare Funktion erfüllen können.

 

 


Nach der Fällung

Bürgermeister Storer überreichte in der letzten Sitzung Bilder von der Fällung der Bäume. Dort sind die Schäden dokumentiert. Wenn man die Bilder genau betrachtet, so stellt man fest, dass die Schäden durch unsachgemäße Schnittmaßnahmen herrühren, die bestimmt schon 10 Jahre alt sind. Aber einzig die Linde an der Ecke Bahnhofstraße war so weit geschädigt, dass Handlungsbedarf bestand. Alle anderen Bäume hätten durch weitere Schnittnahmen erhalten werden können.


jetzt

 

Für die anderen großen Stadtbäume muss deshalb die Kronenpflege und der Schnitt fachgerecht ausgeführt werden, damit sie noch lange Jahre stehen bleiben können.

 

Michael Klumpp

 

Unsere Meinung zur Gestaltung weiterer öffentlicher Plätze in Asperg finden sie hier!

 

 

 

 

Ehrenamtliches Engagement lebt vom „ermöglichen“

(veröffentlicht in den Asperger Nachrichten am 19.05.05)

 

Gerade in Zeiten knapper Kommunalhaushalte ist es wichtiger denn je, Bürgerinnen und Bürger für ein ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. Immer mehr Tätigkeiten und Aufgaben im so genannten „Freiwilligkeitsbereich“ der Kommunalaufgaben werden sonst dem Spar(willen)zwang geopfert.

Die Förderung Bürgerschaftlichen Engagements (BE) als eine Teilhabe an der Gestaltung des Gemeinwesens muss ein wichtiger Bestandteil des Verwaltungshandelns sein. Das BE geht aber über das Engagement in einem Verein oder einem Verband hinaus. Das Engagement für das Gemeinwohl stärkt die Demokratie und das Miteinander in unserer Gesellschaft. Für die Verwaltung geht es im Sinne eines neuen Rollenverständnisses darum, die Mitarbeit von Bürgerinnen und Bürgern zu „ermöglichen“. 

Die Lokale Agenda 21 ist ein gelungenes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Doch die Agenda allein reicht nicht aus. Mehr Aufgaben stehen an, für die noch engagierte Personen gefunden werden müssen. Ein ehrenamtliches Engagement wird jedoch nur der(die)jenige Bürger/Bürgerin annehmen, der oder die das Gefühl hat, dass das Engagement willkommen ist. Das Verwaltungshandeln muss dies zum Ausdruck bringen und die Beteiligung anbieten. Dazu gehört auch, dass Formen geschaffen werden, wie Bürger sich an den Gemeinderat an die Verwaltung wenden können. Und die Bürger brauchen Informationen. Nur wenn sie ausreichend informiert werden, sind sie bereit sich einzubringen. Schließlich muss dieses Engagement, ob im Verein, in der Agenda oder im bürgerschaftlichen Engagement gewürdigt werden. Denn Anerkennung schafft Motivation.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat deshalb einen Antrag gestellt, der darauf abzielt, das ehrenamtliche Engagement zu unterstützen, indem neue Formen der Beteiligung eingeführt werden:

  1. Die Einrichtung einer Anlaufstelle in der Verwaltung. Sinnvoller Weise sollte das BE bei der Geschäftsstelle der Lokalen Agenda eingerichtet werden.
  2. Die Einrichtung einer Bürgersprechstunde des Bürgermeisters, die vierteljährlich angeboten wird.
  3. Die Einrichtung einer Bürgerversammlung, die mindestens 1 mal jährlich, die Bürgerinnen und Bürger in einer öffentlichen Veranstaltung über die wichtigen Entwicklungen der Stadt Asperg informiert. Z.B. Verkehrsgeschehen, Neue Mitte, Flächennutzungsplanung etc.
  4. Einführung eines „Tag des Ehrenamtes“, an dem alle ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger gewürdigt werden.

Wir sind der Ansicht, dass diese Funktionen und Informationsmöglichkeiten geschaffen werden müssen, damit ein Klima entsteht, in dem auch Engagement entstehen kann. Danach kann begonnen werden, Bürgerinnen und Bürger für ein ehrenamtliches Bürgerschaftliches Engagement zu werben.

 

Michael Klumpp

 

 

To top